Der Stoffwechsel ist eine wichtige Funktion in jedem lebenden Organismus


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Oft wird über den Stoffwechsel gesprochen. Besonders bei Krankheiten spielt er eine Rolle. Wird unter diesem Wort aber auch immer das verstanden, was es bedeutet?
 
Vielfach erscheint Stoffwechsel als Synonym für Nahrungsaufnahme oder Verdauung. Fast jeder weiß, daß wir mit der Nahrung unserem Körper Eiweiße, Fette und Kohlehydrate zuführen, ihn mit diesen Grundbausteinen des organischen Lebens versorgen. Noch mehr? Natürlich brauchen wir auch Vitamine. Das ist etwas, um gesund zu bleiben. Viele wissen auch etwas über Spurenelemente, oder haben sich im Zusammenhang mit der Ernährung schon darüber informiert.
 
Zelle All diese Informationen sind richtig, aber nur ein Teil des Stoffwechsels. Es geht dabei um mehr als die Aufnahme von Nahrung, ihre Verdauung, und die Versorgung des Körpers mit den aufgespaltenen Stoffen. Oft wird darauf hingewiesen, daß Nahrungsmittel heute weniger wertvolle Inhaltsstoffe haben als früher. So wird einem Apfel nachgesagt, daß man gleich fünf essen müßte, um den Wert eines Apfels aus Großmutters Zeiten zu erreichen. Aus diesem Grunde werden auch Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Mit ihnen kann man diese Defizite ausgleichen. Und trotzdem bleiben viele Menschen nicht gesund. Woran liegt das?
 
Drastisch ausgedrückt liegt es daran, daß wir heute zu wenige Lebensmittel aufnehmen, aber um so mehr Nahrungsmittel. Der Unterschied liegt in den Inhaltsstoffen begründet, die oft vor dem Verzehr zerstört werden. Das ist aber notwendig, um die Nahrungsmittel auch haltbar zu machen. Nehmen wir einmal das Beispiel der Milch. Ihren größten Wert hat sie direkt nach dem Melken. Besonders die erste Milch nach dem Kalben, die "Biest-Milch", ist sehr wertvoll. Sie enthält Colostrum, einen Wirkstoff, der das Neugeborene mit Abwehrstoffen versorgt, die es ab sofort für das Lebens außerhalb des Mutterleibes braucht. Aber auch später enthält die Milch neben ihren wertvollen Inhaltsstoffen eine Vielzahl von Enzymen. Sie bestimmen den Zerfallsprozeß, durch den sie für den Körper des Jungtieres aufbereitet wird. Die Enzyme wirken aber nicht nur in Magen und Darm des Kalbes, sondern immer und überall. Das führt zu unerwünschten Verdauungsprozessen, die Milch "wird schlecht". Aber wir wollen doch frische Milch trinken! Deshalb wird die Milch haltbar gemacht, bevor sie in den Laden kommt. Das Verfahren geht auf den Biologen Louis Pasteur zurück. Beim Pasteurisieren der Milch werden ihre Enzyme zerstört, und können so nicht mehr wirken. Dadurch bleibt die Milch viel länger frisch. Und wir kaufen ein Getränk, das unseren Körper mit wertvollen Stoffen versorgt. Es fehlen nur die Enzyme, mit deren Hilfe die Milch so verdaut werden könnte, wie es die Natur vorgesehen hat. Wenn das auch für uns so wertvolle Kalzium nicht in die Knochen gelangt, um sie zu stärken, sondern sich in den Gelenken ablagert, wird die eigentlich gesunde Milch zum Auslöser arthritischer Erkrankungen.
 
Feld Ähnlich ist es bei vielen anderen Nahrungsmitteln, die durch Massenzucht und industrielle Verarbeitung denaturiert werden. Im kommerziellen Interesse wurden Bedürfnisse geweckt, die von der Natur nicht gedeckt werden können. Jede Pflanze hat ihren Lebensrhythmus. Sie wächst, blüht, und bringt Früchte hervor, die dann die Samen versorgen. Das kann in mehreren Zyklen im Jahr erfolgen. Die Früchte, die wir für unsere eigene Ernährung nutzen, sind aber immer nur in bestimmten Zeiträumen verfügbar. Uns, den "Verbraucher" genannten Menschen, wurde aber ein ständiges Verlangen antrainiert. Und so geben wir uns auch mit Produkten zufrieden, deren Reifeprozeß dem natürlichen entrissen wurde. Durch entsprechende Züchtungen wurde die Wachstumsphase der Früchte verkürzt, ihre Größe verbessert - nur nicht ihr Nährwert. Sie sind schön anzusehen, diese standardisierten Produkte. Und wenn das Werk der Natur als unzureichend eingeschätzt wird, hilft man eben nach. Farbstoffe, Aromastoffe und Geschmacksverstärker werden heute als ganz normale Dinge betrachtet. Die gewählten Begriffe sind gezielt, aber erfolgreich, irreführend. Glutamate (E260 - E265) verstärken nicht wirklich einen nicht vorhandenen Geschmack. Es handelt sich dabei um legale Drogen, die im Hirn ähnliche Reaktionen bewirken wie ein entsprechender Reiz der Geschmacksknospen im Mund. Nur deshalb können so wenige Stoffe angeblich den Geschmack von so vielen Dingen "verstärken".
 
Die dem Körper über die Nahrung zugeführten Stoffe müssen auch "erkannt" werden, damit über den richtigen Reiz an die Drüsen die entsprechenden Enzyme ausgeschüttet werden, um genau das verdauen zu können, was im Nahrungsbrei enthalten zu sein scheint. Was nicht als brauchbar erkannt wird, scheiden wir ungenutzt wieder aus. Wenn wertvolle Nahrungsbestandteile in falscher Verbindung vorliegen, sind sie nicht oder nicht ausreichend biologisch verfügbar, obwohl sie chemisch vorhanden sind. Die Folge ist, daß das Sättigungsgefühl erst später eintritt, wenn die Information über die ausreichende Menge an Nährstoffen durch eine entsprechend größere Menge an Nahrungsmitteln gesammelt wurde. Als Nebeneffekt wird dabei das Verdauungssystem stärker belastet, oder andere Nahrungsbestandteile in unnatürlich hohem Maße aufgenommen. So sind oft fettleibige Menschen unterernährt! Sie müssen mehr essen, um die minimale Nährstoffversorgung sicherzustellen. Und gleichzeitig reagiert der Körper auf den Mangel an wirklicher Nahrung mit dem Anlegen von Reserven. Denn seine wichtigste Aufgabe ist, das Hirn zu versorgen, in dem alle Lebensfunktionen des gesamten Organismus gesteuert werden. Das Hirn besteht aber zu einem sehr großen Teil aus Fett. Also werden Fettreserven angelegt.
 
Dickdarm Eine Diät bringt in diesem Fall nicht viel. Weniger zu essen kann den Körper sogar zu einer noch heftigeren Reaktion zwingen, also zu noch stärkerer Fettanlagerung. Damit eine Diät erfolgreich sein kann, muß sie der Anfang einer dauerhaften Ernährungsumstellung sein. Nur so können die gespeicherten Informationen über den Mangel gelöscht werden. Dieser Prozeß geht nicht von heute auf morgen, sondern kann zwei Jahre und noch länger dauern. Gleiches gilt bei einer Diät gegen Untergewicht. Wichtiger als die richtige Menge zu essen, ist der Wert der Nahrung!
 
Was passiert dann weiter im Stoffwechsel? Über die Rezeptoren in Magen und Darmwänden werden entsprechende Reize ausgelöst. Das Hirn verarbeitet sie in Befehle für die Drüsen. Es werden die entsprechenden körpereigenen Enzyme und Hormone ausgeschüttet, die dann den Nahrungsbrei chemisch spalten und auflösen sollen. Gleichzeitig werden die Darmbewegungen aktiviert, um die Nahrung auch mechanisch zu verarbeiten. Sind die Moleküle klein genug, um durch die Zellwände aufgenommen zu werden, gelangen sie über das Blut in alle Zellen des Körpers. Dabei spielt das Wasser eine wichtige Rolle. Es ist im Darm das Lösungsmittel, und wird später zum Transportmittel.
 
Stoffwechsel ist aber nicht nur Stoffzufuhr, sondern ein Wechsel. Beim Stoffwechsel in den Zellen entstehen Abfallprodukte, sogenannte Schlacken. Diese müssen abtransportiert und ausgeschieden werden. Wieder spielt das Wasser eine entscheidende Rolle. Mit ihm wird ein osmotischer Druck aufgebaut, der dann die entsprechenden Moleküle durch die Zellwände drückt. Es wird wieder zum Transportmittel, und trägt zur Bildung von Urin und Stuhl bei. Deshalb ist dem Wasser hier auch ein eigenes Kapitel gewidmet.

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